Ich war schonmal hier….

Nachdem ich mich gestern etwas ausgeruht habe, ging es heute in die Calanque zum wandern und malen. Ich habe meine Aquarell-Sachen eingepackt. Die Calanque sind bekannt für ihre weissen Kalkfelsen in Kombination mit dem türkisfarbenen Meer. Hinzu kommt die unfassbar schöne Wildnis der Natur. 

Mein erster Halt habe ich bei der „Calanque De Figuerolles“ gemacht. Das Besondere hier ist, dass die Felsen und Steine lila sind. Witzig, dass man es erst sieht, wenn die Steine vom Meer umspült werden. Durch die salzige Nässe erstrahlen unzählige Steine in der Farbe Lila. 

Dann bin ich weiter in die Calanque hinter dem süssen Hafenort Cassis gewandert, Richtung Port Pin. Wie der Name schon sagt, ist diese Bucht voller Pinienwälder und ich habe mich hier im  September gleich zwei mal verliebt.  Zum ersten Mal in die Schönheit dieser Natur und zum zweiten Mal in meinen Exfreund, denn ich hier kennengelernt habe. 

Als ich einem Kumpel heute ein Foto schickte, mit dem ich im September hier war, schrieb er mir: „Warum bist du dort? „ und ich antwortete ihm ganz spontan: „ Weil ich hier zuhause bin.“ Nichts erinnert mich an meine zweite Liebe. Ich habe hier keine Emotionen des Herzschmerzes. Ganz im Gegenteil. Ich habe diesen Ort positiv vermisst. Diese Aussicht, diesen Duft, dieses Meer, diese Bäume, diese Felsen. Ich habe meinen Exfreund erst am letzen Tag dort getroffen. Da habe ich diese Bucht schon vorher zweimal besucht. Es ist schön hier zu sein und ich habe mich auf die selbe Stelle gesetzt und meine Aquarellfarben ausgepackt und einfach das gemacht, was ich schon letztes Jahr im September machen wollte: hier einfach nur malen. 

Das ich meinem Kumpel geschrieben habe „Weil ich hier zuhause bin“ hat mich selbst überrascht. Dieser Satz kam von ganz alleine, ohne darüber nachzudenken. Aber dieser Ort ist mir so vertraut und strahlt eine Magie auf mich aus, der ich völlig ergeben bin. Ich fahre nie an die selben Orte aber hier kann ich mich nicht sattsehen. Ja ja ok… das Picasso, Matisse, Van Gogh, Cezanne und Gaudin sich in der Provence auch sehr wohl gefühlt haben, habe ich irgendwann mal beiläufig vernommen. Aber irgendwie kann ich sie nicht verstehen, sondern ich kann es nachfühlen. Das Licht hier ist einzigartig und es setzt auf meiner Augenlinse Kontraste an Farbtönen frei, die ich ersteinmal einsortieren muss, weil sie mir noch so neu sind. Es ist, als könnte ich mehr Farben sehen als es gibt. So habe ich mich beim malen beobachtet, wie ich mehr starrte und meine Sonnenbrille zur Seite schob, als das ich malte. Wie du heraus lesen kannst, bin ich etwas fasziniert und ich hoffe es schwappt was davon bei dir rüber. Als ich im September 2018 hier am ersten Tag ankam habe ich sogar in meiner Instagram Story gesagt „Ich glaube ich bin verliebt“ als ich die Natur gefilmt habe und jetzt darf ich wieder hier sein. Dafür bin ich unendlich dankbar.   

Während ich so vor mich hin malte, kam ein netter Franzose auf mich zu und bat mir ein Glas Rotwein an. Ich nickte freundlich und verneinte… war es doch noch viel zu früh für Rotwein… aber auf der anderen Seite: „Kann man bei einem Franzosen das Glas Rotwein ablehnen?“  Oder dachte der: „ Ach so ne Künstlerin trinkt bestimmt Einen mit“ 🙂 Anway … ich entschied mich für die französische höfliche Variante und nahm  „un petit peu“  dankend an. So kamen wir ins Gespräch und sprachen über alles Mögliche und ich kam nicht mehr zu malen aber hatte sehr nette Gesellschaft. So, dass war mein heutiger Tag den ich gerne mit dir teilen wollte. 

Ich sende dir ganz liebe Grüße aus der Provence,

deine Yvonne

 

 

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